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Darf ich mit Husten in die Sauna gehen?



Eine Erkältung kann einen leider immer erwischen. Ob im feuchtkalten Frühjahr und Herbst, im Winter oder selbst während der Sommermonate – Viren und Bakterien lauern überall. Der beste Schutz gegen Erkältungskrankheiten ist ein intaktes Immunsystem. Unser körpereigenes Abwehrschild lässt sich mit regelmäßigen Saunabesuchen effektiv trainieren. Aber selbst wer schon hustet, kann von den positiven Effekten einer Sauna profitieren. Hier bekommst Du alle Informationen, was Du dann beim Saunieren beachten solltest.


Was ist Husten?

Durchschnittlich einmal jährlich erkrankt jeder Mitteleuropäer an einer Erkältung, schätzt die Deutsche Atemwegsliga. Husten ist gerade bei einer beginnenden Erkältung ein häufiges Symptom. Der Infekt lässt die Schleimhäute in den Bronchien anschwellen – es wird vermehrt Schleim produziert, um die Krankheitserreger loszuwerden. Eine wichtige Schutzreaktion des Körpers, mit dem er sich nicht nur von Keimen, sondern auch von Schad- und Fremdstoffen in der Lunge befreien möchte. Husten hilft dem Körper dabei, sich vom Schleim zu reinigen. Bei Erkältung sind diese zwei folgenden Arten am häufigsten: Produktiver Husten und Reizhusten.

Produktiver oder feuchter Husten

Diese Variante ist durch vermehrte Schleimbildung gekennzeichnet. Der Auswurf ist häufig locker und lässt sich leicht abhusten. Bei einer leichten Erkältung ist der Auswurf meistens hell. Eine gelbliche Farbe deutet auf eine bakterielle Infektion hin. In diesem Fall sollten Betroffene einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, um die Symptome abklären zu lassen. Stecken Bakterien hinter den Beschwerden, raten Mediziner:innen von einem Besuch in der Sauna ab. Der Körper ist geschwächt und verträgt keine zusätzlichen Belastungen.



Reizhusten belastet die Bronchien

Besonders quälend für die Betroffenen: Reizhusten ist ein Husten ohne Auswurf. Der Reiz lässt sich kaum bändigen, die Attacken schmerzen. Manche können gar nicht mehr aufhören zu husten. Meistens entsteht dieser Reflex durch eine Reizung der unteren Atemwege, wie sie durch eine Erkältung oder Bronchitis ausgelöst werden. In diesem Fall hilft es, die gestressten Schleimhäute zu befeuchten und viel zu trinken. Feuchte Luft kann die Symptome ebenfalls lindern und unterstützt den Körper dabei, wieder gesund zu werden.


Wichtig für das Saunieren mit Husten

Gelegentlicher oder leichter Husten ist kein Grund, auf die Sauna zu verzichten. Natürlich kommt es auf die Schwere der Beschwerden an. Ist der Husten das Begleitsymptom eines grippalen Infekts, einer Bronchitis oder Zeichen einer anderen schweren Erkrankung der Atemwege, sollten die Betroffenen keine Saunagänge einlegen. Das gilt auch bei Grippe und Fieber. Dann belastet das Saunieren zusätzlich das angeschlagene Immunsystem und kann zur Verschlechterung des Gesundheitszustands führen.



Ein weiteres Argument gegen einen Saunabesuch bei Krankheit: Es besteht die Gefahr, dass sich andere Saunabesucher anstecken. Eine Tröpfchen- und Schmierinfektion wie bei einer Erkältung wird über Berührung übertragen. Viren verteilen sich auch über die Luft beim Husten oder Niesen. Deshalb ist es ein Gebot der Rücksichtnahme, in diesem Fall zu Hause zu bleiben.  


Ansonsten entfaltet Wärme bei Husten eine wohltuende Wirkung, besonders in Kombination mit Feuchtigkeit: Hitze steigert die Durchblutung der Schleimhäute. Das unterstützt ihre Reinigungsfunktion und hilft ihnen, sich besser gegen Erkältungsviren zu wehren. Zudem befeuchten Dämpfe die Bronchien und helfen bei ihrer Entspannung. Welche Punkte Sie beachten sollten, damit der Saunabesuch seine volle Wirkung entfaltet:


  • Langsam angehen: Schone Deinen Körper und verkürze die Saunagänge ruhig. Setze Dich vorsichtshalber auf die unterste Bank, weil die Luft oben heißer ist. Hier kannst Du Dich in Ruhe an die hohen Temperaturen gewöhnen. Nach dem Saunagang mit einer lauwarmen Dusche abkühlen und sich ausgiebig Zeit für die Ruhephasen nehmen. Wer sich fit fühlt, kann die Hitze- und Kältereize erhöhen. Aber bitte vorsichtig.   

  • Dampfbäder bevorzugen: Dampfbäder, Hamams und Biosaunen zeichnen sich durch niedrige Temperaturen ab etwa 40 Grad Celsius aus. Dämpfe befeuchten die Schleimhäute. Feuchtwarme Luft wirkt gerade bei Reizhusten beruhigend. Zudem führen die Dämpfe zur Lockerung des festsitzenden Schleims in den Bronchien. Darüber hinaus schonen die niedrigen Temperaturen den Kreislauf. Die heiße, trockene Luft in einer Finnischen Sauna solltest Du bei Husten lieber meiden.

  • Aufgüsse: Häufig werden Dampfbäder mit ätherischen Ölen angereichert. Kamille wirkt entzündungshemmend, krampflösend und antibakteriell. Thymian, Salbei, Menthol, Eukalyptus, Latschenkiefer und Fichtennadeln zählen zu weiteren klassischen Heilpflanzen, die die Lunge stärken.  

  • Trinken: Nach dem Saunieren genügend trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen auszugleichen. Am besten geeignet sind Wasser, Saftschorlen und ungesüßter Tee, den es auch in erfrischenden Geschmacksrichtungen gibt.


Sauna kann Asthma lindern

Husten ist auch ein Merkmal der Volkskrankheit Asthma. Etwa 3,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter. Man unterscheidet zwei Arten: Während unter dem allergischen Asthma vor allem Kinder und Jugendliche leiden, betrifft Dauerasthma (endogenes Asthma) alle Altersgruppen. In beiden Fällen besteht eine ständige Entzündung in der Lunge, die zu Verspannungen in den Bronchien führt. Bei einem Asthmaanfall verkrampfen sich die Atemwege, starke Atemnot und Husten sind die Folge. 


Gerade bei ständiger Verkrampfung der Bronchien können Asthmatiker vom Besuch einer Sauna profitieren. Die Hitze weitet die Bronchien, entspannt die Bronchialmuskulatur und regt den Stoffwechsel an – eine Erleichterung bei Asthma. Voraussetzung für einen Saunabesuch ist jedoch immer der Rat des behandelnden Arztes oder der Ärztin. Schließlich kommt es auf die individuelle Konstitution und die Schwere des Krankheitsbildes an, ob die Sauna eine positive Wirkung entfalten kann. Wenn der Arzt oder die Ärztin grünes Licht gibt, sollten Asthmatiker:innen für einen unbeschwerten Gang in die Sauna folgende Regeln beherzigen:


  • Saunazeiten: Die reguläre Verweildauer von 15-20 Minuten in der Saunakabine kann zu lang sein. Lieber die Zeiten abkürzen und nicht zu viele Gänge einlegen.

  • Abkühlen: Sich dem eiskalten Tauchbecken auszusetzen, ist keine gute Idee. Der abrupte Heiß-Kalt-Wechsel belastet das Herz-Kreislauf-System und könnte im schlimmsten Fall zu einem Asthmaanfall führen. Besser behutsam unter einer lauwarmen Dusche abkühlen.  

  • Aufgüsse: Unbedingt vorher erkundigen, welche Extrakte für den Saunaaufguss verwendet werden. Bestimmte Essenzen können eine allergische Reaktion hervorrufen. In der Regel gut verträglich sind Aufgüsse mit ätherischen Ölen aus Kamille, Minze und Eukalyptus.

  • Saunaform: Statt der heißen finnischen Sauna lieber die Bio-Sauna oder das Dampfbad vorziehen. Diese kreislaufschonenden Varianten zeichnen sich durch niedrigere Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit aus. Die Dämpfe wirken befeuchtend, regen den Schleimfluss an und lösen so festsitzendes Sekret. Tut auch beim Schnupfen gut.  


Mini-Sauna zu Hause: Dampfbad mit Kräutern

Ob beginnende oder abklingende Erkältung: Wenn Dich Husten oder Schnupfen quält, hilft ein altes Hausmittel – das Inhalieren über einem Dampfbad mit Kräutern. Die Durchführung ist denkbar einfach. Eine Handvoll Kräuter in eine große Schüssel geben, heißes Wasser dazugeben, das Gesicht über die Dämpfe halten und den Kopf mit einem Handtuch bedecken. Über den Mund und die Nase tief ein- und ausatmen. Diese Kräuter sind schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung effektiv und helfen dem Körper, schnell wieder gesund zu werden:

  • Kamille: Der Klassiker unter den Heilpflanzen hemmt Entzündungen und beruhigt die Schleimhäute. Außerdem tragen die Inhaltsstoffe zum Abschwellen der Schleimhäute bei.

  • Fenchel, Pfefferminze und Salbei: Die ätherischen Öle in diesen Heilpflanzen wirken antibakteriell und entzündungshemmend.

  • Eukalyptus: Der enthaltene Wirkstoff Cineol verhindert die Ausbreitung von Erkältungserregern. Er löst den festsitzenden Schleim in den Bronchien und ermöglicht besseres Abhusten.


Vorsicht: Um Verbrennungen zu vermeiden, sollten die Dämpfe nicht zu heiß sein. Das Gesicht mit genügend ”Sicherheitsabstand” über das heiße Wasser halten und vorsichtig testen. Bei Bedarf das heiße Wasser etwas abkühlen lassen. Wer die Dämpfe über dem Gesicht nicht mag oder verträgt, kann alternativ einen Inhalator benutzen. 

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