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Hamam: Im türkischen Dampfbad Körper, Geist und Seele entspannen

Zwei, drei Stunden in einem Hamam und Du fühlst Dich hinterher fast wie neu geboren. Dein Körper und Geist werden gereinigt und nicht nur Deine Muskeln können in der besonderen Umgebung mit sinnlichen Düften und Massagen entspannen. In einem traditionellen türkischen Dampfbad oder einem orientalischen Badehaus, also in einem Hamam, lässt es sich ganz wunderbar relaxen. Das Ergebnis: Körper, Geist und Seele befinden sich im harmonischen Einklang.


Tauche mit uns ein in die wunderbare Welt des Hamams: Hier bekommst Du alle Informationen, worum es sich bei der Badekultur wie aus 1001 Nacht eigentlich handelt, wie ein Besuch in einem Hamam abläuft, was Du für Deinen Aufenthalt im Dampfbad benötigst – damit Du auch wirklich alles in vollen Zügen genießen und dem Stress im Job und Alltag entfliehen kannst.


Was genau ist ein Hamam?

Ein Hamam, oft als türkisches Bad oder orientalisches Bad bezeichnet, ist eine traditionelle Badeanstalt, die ihre Ursprünge im ehemaligen Osmanischen Reich hat und inzwischen weit über ihre Grenzen hinaus bekannt ist. Auch in Deutschland erfreuen sich traditionelle Bäder wie ein Hamam immer größerer Beliebtheit. Schließlich bieten diese Badehäuser oder Dampfbäder eine einzigartige Mischung aus Reinigung, Entspannung und Körperpflege. Ein Besuch im Hamam ist nicht nur ein kulturelles Erlebnis, sondern auch eine wohltuende Behandlung für Körper, Geist und Seele.

Bunte Mischung aus römischer, türkischer Badekultur

Als öffentliches Dampfbad ähnelt ein Hamam in seiner Struktur und Funktion römischen Thermen, kulturell ist es aber tief in der islamischen Welt verwurzelt. Typischerweise bestehen Hamams aus mehreren Räumen, die unterschiedliche Temperaturen aufweisen, um den Körper schrittweise aufzuwärmen und abzukühlen. Der zentrale Raum, oft als “Heißer Raum” oder “Hararet” bezeichnet, ist gekennzeichnet durch eine große, beheizte Marmorplatte in der Mitte, die “Göbek Tasi”, die für wohltuende Wärme in dem Raum sorgt. Um diesen Raum herum befinden sich verschiedene kleinere Räume oder Nischen für Dampfbäder und Räume mit kaltem Wasser.


Traditionell waren Hamams Orte der sozialen Interaktion und Entspannung, wo Nachrichten ausgetauscht und gesellschaftliche Bindungen gepflegt wurden. Eine Stätte der Begegnung, Erholung und Pflege. Auch heute noch sind Hamams wichtige soziale Treffpunkte, obwohl ihre Funktion in der heutigen modernen Welt von anderen Freizeitaktivitäten übernommen wurde und der religiöse Aspekt in den Hintergrund gerückt ist. Heute steht ein Hamam in erster Linie für Ruhe und Entspannung. Die Prozeduren oder Zeremonien während eines Besuchs in einem Hamam haben sich seit den Anfängen jedoch kaum geändert. Wir zeigen Dir, was Dich bei einem Besuch in einem türkischen Dampfbad erwartet und haben die einzelnen Schritte eines Hamam-Rituals, bestehend aus Wärme, Wasser, Dampf, Schaum und Massage, genauer unter die Lupe genommen.


Wie läuft ein Besuch im Hamam ab? 

Besuche in einem türkischen Hamam verlaufen immer nach dem gleichen Ritual ab. Die Anwendungen im türkischen Dampfbad werden übrigens streng nach Geschlechtern getrennt. So gibt es einen Bereich, der ausschließlich für Männer bestimmt ist, und einen Bereich nur für Frauen. Auch die Anwendungen werden dem Geschlecht entsprechend von weiblichen Behandlerinnen für Frauen und männlichen Behandlern für Männer übernommen. 

Der Mittelpunkt eines jeden Hamams ist ein warmer Raum, dessen Decke (traditionell eine Kuppel) sternförmige Öffnungen zeigt. Durch diese Art Himmel fällt ein gedämpftes Licht, das für eine besondere Atmosphäre wie aus 1001 Nacht sorgt. Hier können Besucher:innen Ruhe finden, entspannen und ein Glas Tee oder eine Massage genießen.  



Ankunft im Hamam: Wie sieht die Vorbereitung aus?

Bei Ankunft in einem Hamam erhält man in der Regel ein “Pestemal“, ein traditionelles Baumwolltuch, das um den Körper gewickelt wird. Frauen tragen es von der Brust bis zu den Knien, Männer binden es um ihre Hüfte. Zudem tragen Fans von Hamams Holzschuhe, die “Nalin“, um nicht auf den oft rutschigen Marmorböden auszurutschen.

Was benötige ich im Hamam?

Zu der Basis-Ausrüstung gehören:

  • Pestemal: Ein traditionelles Wickeltuch, das Du in der Regel im Hamam erhältst.

  • Badeschuhe: Rutschfeste Schuhe oder Sandalen, um auf nassen Oberflächen sicher zu gehen und nicht auszurutschen.

  • Bademantel und Handtücher: Für den Gebrauch nach den Ritualen und während der Entspannungszeit.

  • Seife oder Körperpflegeprodukte: Obwohl die meisten Hamams Seife zur Verfügung stellen, bevorzugen einige Besucher ihre eigenen Produkte, die auf den persönlichen Hauttyp abgestimmt sind.

  • Haar- und Hautpflegeprodukte: Nach der intensiven Reinigung und dem Dampf kann es angenehm sein, eigene Feuchtigkeitscremes oder Haarkuren zu verwenden.

  • Optional: Badeanzug, Bikini oder Badehose anziehen.


Zur Vorbereitung begibst Du Dich in den Umkleideraum, der auch als "Sogunmalik" oder "Camekan" bezeichnet wird. Dort tauschst Du Deine Kleidung gegen das traditionelle Wickeltuch “Pestemal” aus. Bevor die eigentliche Behandlung im Hamam losgeht, befreist Du Dich erst einmal unter der Dusche vom Staub des Tages.

Wärme und Wasserrituale

Der erste Schritt im Hamam ist das Aufwärmen des Körpers im warmen Dampfbad mit Temperaturen um die 50 bis 60 Grad Celsius, was etwa zehn bis fünfzehn Minuten dauert. Die hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme entspannen Deine Muskeln, reinigen die Atemwege und öffnen die Poren Deiner Haut und bereiten Deinen Körper auf das Peeling vor. Nach dem Aufwärmen geht es in ein Dampfzimmer (“Sicaklil” oder “Hararet”). Dort folgt das sogenannte “Kese“, ein kräftiges Peeling, das von einem “Tellak“ (Bademeister:in) durchgeführt wird. Dabei wird ein spezieller Peeling-Handschuh verwendet, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen, die Muskeln und Sehnen zu dehnen und die Durchblutung zu fördern. 


Seifenmassage und Spülungen

Nach dem Peeling erfolgt eine entspannende Seifenschaummassage oder Reinigungsmassage, die den Körper mit Schaum aus natürlicher Seife bedeckt. Diese Massage hilft, den Körper weiter zu entspannen und die Haut zu reinigen. Anschließend wird man mit warmem Wasser abgespült, um den Seifenschaum zu entfernen. Dann folgen einige kalte Güsse, was eine erfrischende und belebende Wirkung auf Deinen Kreislauf hat.



Entspannung und Nachbereitung

Nach den Wasserritualen kannst Du Dich nun in beruhigender Atmosphäre auf einer bequemen Liege in den Ruheräumen des Hamams entspannen. Viele Hamams bieten zusätzlich auch Ölmassagen oder Gesichtsbehandlungen an. Zum Abschluss des Besuchs kannst Du einen traditionellen türkischen Tee oder ein anderes Erfrischungsgetränk genießen, um dem Körper die verloren gegangene Flüssigkeit wiederzugeben.


Wie lange dauert der Aufenthalt in einem Hamam?

Für einen Besuch in einem Hamam solltest Du etwas Zeit mitbringen. Je nachdem, welche Behandlung (en) Du genießen oder wie viel Zeit Du im Ruheraum verbringen möchtest, rechne mit mindestens drei Stunden Aufenthalt. Generell wird empfohlen, höchstens zweimal im Monat in ein Hamam zu gehen. Denn Deine Haut benötigt etwas Zeit, um sich von dem Peeling zu erholen.


Wann ist ein Besuch im Hamam-Bad ungeeignet?

Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Krampfadern, Thrombosen, akuten Infektionen oder Entzündungen der Haut und Atemwege sollten lieber nicht in ein Hamam gehen oder nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin.


Gesundheitliche Vorteile von Hamam-Behandlungen

Die Kombination aus Dampfbad, Peeling und Massage fördert die Durchblutung und hilft beim Abbau von Stress. Die Wärme und Feuchtigkeit können sich positiv auf die Atemwege auswirken und helfen, die Nasengänge zu befreien. Das Peeling wiederum entfernt abgestorbene Hautzellen und fördert damit eine gesunde Hauterneuerung, während die Seifenmassage die Haut reinigt und revitalisiert.

Tipps für den Hamam-Besuch

Manchmal ist es gar nicht so einfach, alle Gepflogenheiten in einem Hamam zu kennen – gerade bei dem ersten Besuch können noch Fragen offen sein. Mit unseren hilfreichen Tipps bist Du bestens vorbereitet:

  1. Hydration: Es ist wichtig, vor und nach dem Besuch im Hamam viel zu trinken, da der Körper durch das Schwitzen viel Flüssigkeit verliert.

  2. Gesundheitliche Bedenken: Konsultiere bei gesundheitlichen Einschränkungen immer zuerst Deinen Arzt oder Deine Ärztin, bevor Du ein Hamam besuchen möchtest.

  3. Respektiere die Hamam-Kultur: Obwohl viele Hamams modernisiert wurden und jedem Hamam-Fan offenstehen, ist es wichtig, die kulturellen Normen und Praktiken zu respektieren, insbesondere in traditionellen Einrichtungen.

  4. Privatsphäre und Geschlechtertrennung: In vielen traditionellen Hamams gibt es separate Zeiten oder Bereiche für Männer und Frauen. Informiere Dich vor dem Besuch über die jeweiligen Regeln.

  5. Kommunikation mit dem Personal: Zögere nicht, Deine Fragen offen zu stellen oder Wünsche zu äußern. Das Personal im Hamam möchte, dass Du Deinen Aufenthalt genießen kannst.


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