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Sauna bei Halsschmerzen

Mit Halsschmerzen in die Sauna? Ein Saunagang stellt für viele Menschen eine heiß geliebte Auszeit dar. Das wohlige Schwitzen in Gesellschaft sorgt für eine angenehme Entspannung und verheißt Abstand vom Stress und der Hektik des Alltags. Sich ein paar Stunden lang der Wärme hinzugegeben und abzuschalten ist eine echte Wohltat. Wie sieht es aber aus, wenn man plötzlich morgens mit Halsschmerzen aufwacht und sich eine Erkältung anbahnt? Sollte man den Gang in den Schwitz-Tempel lieber bleiben lassen und sich zu Hause erst mal auskurieren? Oder ist es mit Erkältung gerade gut, in die Sauna zu gehen und zu schwitzen?


Diese Frage ist nicht ganz so einfach pauschal zu beantworten. Sie hängt auch davon ab, ob Sie ein erfahrener Hase oder eher Gelegenheits-Saunagänger sind. Wir beleuchten hier deshalb einmal die Vor- und Nachteile des wohlig warmen Schwitzerlebnisses bei Halsschmerzen. 

Ursachen für Halsschmerzen

Zunächst stellt sich die Frage, woher die Halsschmerzen kommen. Sie können nämlich viele unterschiedliche Ursachen haben. Meistens stecken allerdings Viren oder Bakterien dahinter, die die empfindliche Rachenschleimhaut reizen. Eine Erkältung, im medizinischen Fachjargon “Atemwegsinfekt” oder “Infekt der oberen Atemwege” genannt, ist eine Infektion, die durch Viren ausgelöst wird. Allerdings kann sich dahinter auch mal eine Entzündung des Kehlkopfes und der Stimmbänder verbergen, vor allem, wenn zusätzlich Heiserkeit besteht und eine Mehrbelastung der Stimme die Ursache ist.


Meistens handelt es sich bei Halsschmerzen allerdings um eine harmlose Virusinfektion (grippaler Infekt). Viele Erkältungen beginnen mit dem typischen Reizzustand im Hals. Das Schlucken tut weh und der Hals fühlt sich wund an. Halsschmerzen können nur wenige Stunden andauern, aber auch bis zu 14 Tage lang anhalten. Oft kann man beim Blick mit offenem Mund in den Spiegel schon feststellen, dass der Rachen gerötet ist. 


Leider bleibt es nicht unbedingt beim leichten Kratzen im Hals. Ehe man sich versieht, können sich Schnupfen, ein allgemeines Krankheitsgefühl und unter Umständen noch Kopfschmerzen, Husten oder eine erhöhte Temperatur dazu gesellen.


Bei einer einfachen Erkältung ist der Allgemeinzustand meistens nicht stark beeinträchtigt, Fieber tritt selten auf. Verursacher sind meistens die typischen Erkältungsviren, von denen über 200 verschiedene Virusstämme bekannt sind. Die häufigsten Vertreter sind:

  • Rhinoviren

  • Adenoviren

  • Coronaviren

  • Grippeviren


Seltener stecken auch andere Viren als die vier genannten Arten dahinter, das können z. B. das Epstein-Barr-Virus oder Herpesviren sein. Auch Bakterien wie Streptokokken der Gruppe A können Halsschmerzen verursachen und zu einer eitrigen Mandelentzündung führen. In diesem Fall besteht aber oft auch ein starkes Krankheitsgefühl und es zeigen sich eitrige Beläge auf den Mandeln. Bei einer Mandelentzündung (Angina tonsillaris) kann ein Arztbesuch und die Einnahme eines Antibiotikums notwendig sein. 


Auch bei einer echten Grippe (Influenza) können Halsschmerzen auftreten. Beim typischen Verlauf fühlt man sich allerdings oft plötzlich krank und leidet unter Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber. Typisch ist im Verlauf ein trockener Husten. 


Während der Wintermonate haben Erkältungsviren und die Erreger der echten Grippe Influenza A und B Hochkonjunktur. Gefühlt in Windeseile können sie sich von Mensch zu Mensch weiterverbreiten und ihr Erbgut in den menschlichen Körperzellen vermehren. Sie werden über Tröpfchen- oder Schmierinfektionen weitergegeben. Außerhalb unseres Körpers sind sie nicht vermehrungsfähig, sie benötigen immer einen Wirtsorganismus. Allerdings halten sich einige auch einige Stunden oder Tage lang hartnäckig an Oberflächen. Daher sind regelmäßiges Händewaschen und Abstand halten wichtig, um die Infektionsketten zu durchbrechen und die Menschen im Umfeld nicht anzustecken. 

Was bewirkt Saunieren im Körper?

Ein regelmäßiger Saunagang ist gesund und kann das Immunsystem stärken. Die warme Saunaluft regt generell die Durchblutung der Schleimhäute an. Zellen des Immunsystems wandern dort vermehrt ein. Sie produzieren das Immunglobulin A, welches in unseren Körperflüssigkeiten des Nasen-Rachen-Raums, aber auch in anderen Sekreten vorkommt. Immunglobulin A ist ein Antikörper und bekämpft Eindringlinge, es fungiert also als eine Art Wächter unserer Körperbarrieren. 


Durch die hohen Temperaturen kommt der Körper ins Schwitzen. Das bringt den Kreislauf auf Trab. Das Herz schlägt schneller und der Blutdruck steigt. Was bei Gesunden ein leichtes bis moderates Herz-Kreislauf-Training ist, kann bei einem Atemwegsinfekt kontraproduktiv sein. Ist der Körper schon geschwächt, kann der Kreislauf zu stark belastet werden und es können Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Ohnmacht auftreten. 



Sauna bei Halsschmerzen ja oder nein?

Wer regelmäßig in die Sauna geht, darf eventuell auch mit leichten Erkältungssymptomen in der Hitze entspannen. Ein Saunagang kann die lokalen Abwehrkräfte auf den Plan rufen. Ob die aufkommende Erkältung im Keim erstickt wird oder danach erst richtig stark wird, ist nicht genau geklärt. Für Menschen, die nicht bereits regelmäßig saunieren, ist der Saunagang jedenfalls in diesem Fall nicht geeignet. 


Deshalb empfehlen wir allenfalls bei den allerersten Anzeichen einer Erkältung den Gang in die Sauna nur eine heimische Sauna zu wählen, um andere Menschen nicht anzustecken. Auch sollten die Temperatur niedriger und der Aufenthalt möglichst kurz sein, da sonst der Körper zu stark belastet wird. Ausgedehntes Saunieren ist jetzt nicht angesagt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bleibt also erstmal zu Hause und kuriert sich aus, bis er wieder gesund ist. 

In welche Sauna kann ich am ehesten gehen?

Eine finnische Sauna ist während einer Erkältung oder eines grippalen Infekts nicht das Richtige. Die Luft ist trocken und die hohe Temperatur bis 100 Grad Celsius kann den Kreislauf zu stark belasten. Das kann den ohnehin schon geschwächten Körper überfordern. Außerdem trocknet trockene Wärme die empfindlichen Schleimhäute aus.  


Eine milde Saunaform kann das Immunsystem aber ankurbeln. Geeignet sind dabei Saunen, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Mindestens 40 Prozent sind eine gute Richtzahl. Geeignet sind Dampfbäder oder eine Bio-Sauna. Letztere ist eine Variante der finnischen Sauna. Allerdings werden dort nur Temperaturen bis 60 Grad Celsius erreicht, statt 80-100 Grad Celsius. Der hohe Wasserdampfgehalt der Luft wirkt reinigend auf die Schleimhäute. 


Wie immer bei einem Aufenthalt in der Sauna gilt viel trinken, bei einer Erkältung sollte die Trinkmenge noch zusätzlich erhöht werden, um die Schleimhäute zu befeuchten und den Körper über die Nieren zu reinigen.  


Falls Du Dich also trotz Halsschmerzen für das Schwitzen in der Sauna entscheidest, solltest Du folgende Dinge beachten:

  • Wählen eine Sauna mit hoher Luftfeuchtigkeit und einer niedrigen Temperatur.

  • Wählen die unterste Schwitzbank, da dort die Temperaturen am niedrigtsen sind.

  • Halte den Saunagang kurz, maximal 10 Minuten sind ausreichend.

  • Kühle Dich hinterher schonend ab, lieber lauwarm duschen als im Tauchbecken abkühlen.

  • Aufgüsse können wohltuend sein und die Schleimhäute beruhigen.

Bei diesen Symptomen sollten Sie nicht in die Sauna

Ein klares “Nein” zur Sauna besteht übrigens bei allen fieberhaften Entzündungszuständen. Der Körper braucht Ruhe zur Genesung und der Kreislauf arbeitet sowieso schon auf Hochtouren. Das Herz schlägt schneller und der Saunagang kann für den Kreislauf gefährlich werden. Durch die Hitze kann es zu Stürzen oder Kollapszuständen kommen.

Zustände, bei denen ein Saunagang tabu ist, sind daher:


  • Halsschmerzen mit Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen

  • Entzündungen

  • Einnahme von Antibiotika

  • Andere akuten Erkrankungen 

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Bei einfachen Halsschmerzen, die durch Viren ausgelöst werden, reichen oft schon einfache Mittel aus Omas Apotheke aus. 

  • Viel trinken, möglichst Getränke ohne Zucker oder Kohlensäure. Geeignet sind stille Mineralwässer und Kräutertees mit Salbei, Thymian, Kamille oder Cistus-Tee.

  • Ingwer-Wasser: Die Heilknolle wirkt entzündungshemmend. Dafür schneide ein Stück Bio-Ingwer mit Schale klein und überbrühe es mit heißem Wasser. Zimt und ein Teelöffel Honig oder Reissirup runden den scharfen Geschmack etwas ab.

  • Lutsche Bonbons oder Pastillen. Das befeuchtet die Schleimhäute und lindert den Schmerz.

  • Gurgel mit Salzwasser, Salbei- oder Kamillentee. Das wirkt wohltuend und entzündungshemmend.

  • Ziehe Dich warm an und halten Sie stets den Halsbereich warm, z. B. mit einem Tuch oder Schal. 

  • Nimm eine Schmerztablette wie Ibuprofen oder Paracetamol, um stärkere Halsschmerzen zu lindern.


Sind die lästigen Halsschmerzen abgeklungen und die Erkältung überstanden, steht dem nächsten Besuch in der Therme bzw. Saunalandschaft nichts mehr im Wege! Viel Spaß!


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