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Sauna bei Blasenentzündung (Zystitis)

Ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen, Schmerzen beim Wasserlassen und ein häufiger Harndrang – das sind typische Symptome einer bakteriellen Blasenentzündung, im medizinischen Fachjargon “Zystitis” genannt. Manchmal gesellt sich sogar noch Fieber dazu.



Ist es ratsam, dann in die Sauna zu gehen? Oder sollte man lieber abwarten und Tee trinken? Regelmäßig in die Sauna zu gehen, ist gesund für Körper und Geist, da besteht kein Zweifel. Ob in einer klassischen finnischen Sauna, einer Dampfsauna oder Bio-Sauna  – viele Menschen lieben es, sich regelmäßig vom Alltagsstress in der Sauna zu erholen und von den gesundheitsfördernden Effekten der Sauna zu profitieren. Finn:innen wissen es aus Erfahrung schon lange. Auch diverse Studien kommen zu dem Ergebnis, dass regelmäßige Aufenthalte in der Sauna auch Entzündungen und Infektionen vorbeugen können.


Aber was ist der Fall, wenn man schon krank ist und eine Blasenentzündung hat? Soll man dennoch in die Sauna gehen oder sich doch lieber erst zu Hause auskurieren? Wir beleuchten hier einmal die Dos and Don'ts bei einer Blasenentzündung, geben wertvolle Tipps zur Behandlung und gehen der Frage nach, ob Du trotz einer Blasenentzündung in die Sauna gehen solltest.


So entsteht eine Blasenentzündung 

Bei einer Blasenentzündung gelangen Keime, meistens Darmbakterien, in die Harnwege und steigen von dort über die Harnröhre in die Blase auf. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Das hat verschiedene Gründe: Die weibliche Harnröhre ist kürzer als die männliche und die Anal- und Genitalregion liegen bei Frauen anatomisch näher beieinander. 


So haben Bakterien ein leichteres Spiel und können einfacher und schneller bis in die Harnblase vordringen. Meistens handelt es sich um E.coli Bakterien, die natürlicherweise zur Darmflora gehören. Sie gehören aber in den Darmtrakt und nicht in die sensiblen Harnwege, wo sie Harnwegsinfektionen auslösen können. 


Eine falsche Reinigungstechnik nach dem Stuhlgang kann die Ursache sein und zu Symptomen führen – daher immer von vorne nach hinten wischen. Oder Geschlechtsverkehr: Bekannt ist die “Honeymoon Zystitis”, bei der sich frisch verheiratete Frauen durch häufigen Sex eine Blasenentzündung zuziehen und hinterher ein Antibiotikum zur Behandlung nehmen müssen.

Das sind die Symptome einer Blasenentzündung 

Darmbakterien gehören in den Darm und nicht in die Harnwege. Sind sie allerdings doch einmal dorthin gelangt, können die typischen Symptome einer Zystitis auftreten:


  • Man hat das Gefühl dauernd auf Toilette zu müssen, aber es kommen nur kleine Mengen Urin (häufiger Harndrang).

  • Das Wasserlassen selbst kann erschwert sein und brennende Schmerzen verursachen.

  • Krampfartige Schmerzen im Unterbauch können auftreten.

  • Oft besteht ein Druckschmerz oberhalb des Schambeins, wo die Blase liegt. 


Seltener gesellt sich noch Fieber als Symptom dazu. Steigt die Körpertemperatur allerdings an und kommen dann noch Schmerzen im Nierenlager hinzu, kann das ein Zeichen dafür sein, dass sich die Blasenentzündung auf die Nieren geschlagen und zu einer Nierenbeckenentzündung ausgeweitet hat. Diese sollte unverzüglich mit einem Antibiotikum behandelt werden, damit keine Nierenschäden entstehen.


Handelt es sich allerdings “nur” um eine einfache, unkomplizierte Blasenentzündung mit vermehrtem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen und nicht um einen ausgedehnten Harnwegsinfekt, ist diese zwar unangenehm, kann aber bei Frauen unter Umständen zunächst mit Hausmitteln und viel Trinken behandelt werden. Reicht das als Therapie nicht aus, lässt sich eine Harnwegsentzündung mit einem Antibiotikum meistens innerhalb weniger Tage gut behandeln.


Für Männer gelten andere Regeln: Treten Symptome für eine Harnwegsinfektion auf, wird ärztlicherseits gleich ein Antibiotikum verschrieben. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Prostata und die Nebenhoden mitentzünden. Blasenentzündungen bei Männern gelten daher als “kompliziert” und werden immer mit Medikamenten behandelt.

Was sind die gesundheitlichen Effekte bei einem Saunabesuch?



Das Schwitzen regt die Funktion des Immunsystems an. Durch die Gefäßerweiterung kommt es zur vermehrten Durchblutung der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum. Immunzellen wandern ein und Antikörper wie Immunglobulin A werden vermehrt produziert. Diese Eiweißstruktur kommt in unseren Körperflüssigkeiten vor und sorgt für die Abwehr von Erregern an Schleimhautoberflächen. Die Körpertemperatur steigt an und dadurch laufen im Immunsystem ähnliche Prozesse ab wie bei Fieber. Regelmäßige Saunagänge trainieren den Kreislauf und das Immunsystem. Die Gefäße bleiben elastisch und das Immunsystem wird natürlich geboostert.


Saunieren kann auch dabei helfen, Stress zu reduzieren. Entschleunigen bedeutet, eine kleine Auszeit vom Alltag zu nehmen und herunterzufahren. Ein Tag in der Sauna bedeutet Stressabbau, Ruhe und Entspannung. Gerade in den kalten Wintermonaten oder einer intensiven Sporteinheit lässt der Wellness-Effekt in den Schwitzkabinen nicht lange auf sich warten. Die Muskulatur entspannt sich, der Geist kommt zur Ruhe und der Körper kann sich regenerieren.

Hilft ein Saunabesuch auch bei einer Blasenentzündung?

Unbestritten ist, dass Saunagänge gesundheitsförderlich sind. In vielen Studien konnte die positive Wirkung des intensiven Schwitzens auf das Immunsystem nachgewiesen werden. 

Das intensive Schwitzen ist gesund fürs Herz-Kreislauf-System. Bei Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen kann der Gang in die Sauna gut für die Gesundheit sein, auch soll regelmäßiges Saunieren die Anfälligkeit für Lungenerkrankungen senken. 


Allerdings stellt ein Saunagang auch eine Belastung für den Kreislauf dar. Die Gefäße weiten sich, dadurch steigt der Puls. Um das zu erreichen, muss das Herz mehr arbeiten und das Blut schneller durch den Körper pumpen. Sauna wirkt daher wie leichter bis moderater Sport. Bei einem akuten Infekt ist das aber zusätzlicher Stress für den Körper. Trotz der zahlreichen gesundheitlichen Vorteile gibt es daher Umstände, bei denen der nächste Besuch in der Sauna noch etwas warten sollte. 


Eine akute Zystitis ist so ein Fall. Bakterien haben sich in der Harnblase stark vermehrt und so eine Entzündung der Blase ausgelöst. Hier gilt die Devise: Weniger ist mehr. Gehe daher erst wieder auskuriert in die Sauna. Denn leider lassen sich Viren und Bakterien nicht einfach “ausschwitzen”. Der Temperaturanstieg kann das Wachstum der Eindringlinge befeuern, außerdem ist der Körper durch die Infektion schon geschwächt und der Kreislauf kann beeinträchtigt werden. Schwindel oder sogar Ohnmacht sind mögliche Folgen. 



Da der Körper seine Kräfte für die Bekämpfung der Infektion benötigt, ist es nicht sinnvoll, den Kreislauf in dieser Phase zusätzlich zu belasten. Ist die Erkrankung überstanden, kann regelmäßiges Saunieren das Immunsystem stärken und so besser vor Entzündungen und Infekten schützen. 

Hausmittel bei einer Blasenentzündung 

Besteht eine unkomplizierte Blasenentzündung, d. h. sind gesunde Frauen ohne chronische Vorerkrankungen betroffen, können zunächst Hausmittel statt Medikamente als Behandlung ausprobiert werden. Bei ausbleibender Besserung oder sogar einer Verschlechterung der Symptome sollte eine Arztpraxis aufgesucht werden. Dort kann der Urin untersucht werden und eine körperliche Untersuchung stattfinden.


Eine ärztliche Vorstellung ist notwendig, um zu beurteilen, ob Hausmittel ausreichen oder ein Antibiotikum eingenommen werden sollte. Auch kann beurteilt werden, ob die Symptome vielleicht eine andere Ursache haben und weitere Untersuchungen erforderlich sind. Eine unkomplizierte Harnwegsinfektion heilt meistens innerhalb einer Woche wieder aus.

Unsere beliebtesten Hausmittel und Tipps gegen Blasenentzündung

Das Allerwichtigste bei einer Blasenentzündung ist es, ausreichend zu trinken, um die Bakterien aus der Blase auszuspülen. Mindestens zwei Liter Wasser oder auch spezielle harntreibende Tees wie Nieren-Blasen-Tee sollten es für die Gesundheit der Harnwege schon sein. Auch folgende Tipps können die Beschwerden einer Blasenentzündung lindern: 

  • Einen Heilkräuter-Tee trinken: Bewährte Inhaltsstoffe, die harntreibend wirken, sind beispielsweise Birkenblätter, Goldrutenkraut, Schachtelhalmkraut, Bärentraubenblätter, Süßholzwurzel, Mädesüßkraut, Wacholderbeeren, Pfefferminz, Hauhechelwurzel, Brennnessel und Liebstöckelwurzel.

  • Eine Wärmflasche auf den Unterbauch legen: Wärme kann wohltuend sein, die Blasenmuskulatur entspannt sich und die krampfartigen Schmerzen lassen nach. Alternative Hausmittel sind Kirschkernkissen oder eine Heizdecke.

  • Lauwarme Sitzbäder mit Kamille durchführen: Solche Sitzbäder können hilfreiche Hausmittel sein. Dafür brühe einen starken Kamillentee und setze Dich für 5 bis 10 Minuten in die Badewanne oder in eine große Waschschüssel. Eine Alternative zu Kamille ist Zinnkraut, auch unter dem Namen “Ackerschachtelhalm” bekannt. 

  • Eine Apfelessig-Kur machen: Bei diesem bewährten Hausmittel rührst Du 1 Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser und trinkst bei akuten Beschwerden 3x täglich ein Glas davon.

  • Hilfreiche Lebensmittel auf den Speiseplan setzen: Bei einem Harnwegsinfekt sind Ingwer, Stangensellerie oder z. B. Meerrettich, Radieschen und Kapuzinerkresse hilfreich, denn sie enthalten Inhaltsstoffe, die eine antibakterielle Wirkung haben sollen. Gegen Blasenentzündungen sind neben diversen Kräutern auch starke Beeren gewachsen: Cranberrys, Preiselbeeren, Sanddorn- und Heidelbeeren enthalten Gerbstoffe, die schleimhautschützend und antibakteriell wirken sollen. Probiotische Lebensmittel wie Joghurt, frisches Sauerkraut oder die koreanische Variante Kimchi können die Darmflora und damit das Immunsystem stärken und Dich so weniger empfänglich für Infektionen machen.

  • Das Schmerzmittel Ibuprofen einnehmen: Bei stärkeren Schmerzen kannst Du  bei einer akuten Blasenentzündung auch zur Schmerztablette greifen und die brennenden Schmerzen im Unterleib lindern. 

  • Auf Kaffee und Alkohol verzichten: Beide Genussmittel können die Blase reizen und den Harndrang verstärken.


Gut zu wissen: Neigst Du zu wiederholten Blasenentzündungen, kann der Wirkstoff  D-Mannose helfen, der auch in Cranberries enthalten ist. D-Mannose bindet sich an Bakterien und verhindert so ihre Anhaftung an der Blasenwand. 


Ist die Entzündung der Harnwege ausgestanden, steht dem Gang in die Sauna nichts mehr im Wege  – im Gegenteil, regelmäßige Schwitzbäder stärken die Abwehrkräfte und sind eine Wohltat für Körper, Geist und Seele.

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